Ein paar Worte darüber, warum ich die Dinge so mache, wie ich sie mache

Das hier ist keine Ankündigung und kein Richtungswechsel. Es sind lediglich ein paar Gedanken darüber, wofür June And July steht – und warum das auch weiterhin so bleiben soll.

In einer Welt, die sich schnell bewegt und oft Größe über Substanz stellt, habe ich mich bewusst dafür entschieden, klein, achtsam und nah zu bleiben. Nah an der Arbeit, nah an den Beziehungen hinter dem Kaffee und nah an den Gesprächen mit den Menschen, die ihn trinken.

Was folgt, ist kein Wachstumsplan, sondern eine Reflexion über die Prinzipien, die June And July leiten – heute und in Zukunft.

1. KLEIN AUS ÜBERZEUGUNG, PRÄSENT AUS NATUR

June And July ist eine Ein-Personen-Rösterei – ganz bewusst.
Das bringt Einschränkungen mit sich, aber auch etwas, das zunehmend selten wird: Präsenz.

Jeder Kaffee, jede Entscheidung, jedes Gespräch hat denselben Ursprung. Es gibt keine Distanz zwischen Rösten und Verkosten, zwischen Verkaufen und Zuhören, zwischen Anspruch und Umsetzung. Ich möchte nicht schneller wachsen, als ich verbunden bleiben kann – mit der Arbeit, mit den Menschen, die den Kaffee trinken, und mit denen, die ihn anbauen.

Klein zu bleiben erlaubt es mir, aufmerksam zu arbeiten. Konsequent. Und über einen langen Zeitraum.  

 

2. QUALITÄT IST KEINE BEHAUPTUNG, SONDERN EINE PRAXIS

Qualität entsteht durch Wiederholung. Durch Aufmerksamkeit. Durch Zurückhaltung.

Ich glaube an weniger, aber besser – an eine kleinere Auswahl an Kaffees, klar und gezielt geröstet. Jeder einzelne sorgfältig ausgewählt, nicht weil er einem Trend entspricht, sondern weil er etwas Ehrliches erzählt. Meine Aufgabe ist es nicht, zu beeindrucken, sondern freizulegen: so zu rösten, dass Herkunft, Varietät und die Arbeit sichtbar bleiben, die lange vor mir begonnen hat.

Guter Kaffee muss nicht laut sein. Er muss stimmig sein.

 

3. LANGFRISTIGE BEZIEHUNGEN STATT KURZFRISTIGER GEWINNE

Ich arbeite eng mit Importeuren und Farmen zusammen, die eine ähnliche Haltung teilen: Transparenz, Respekt und Kontinuität. Beziehungen, die über Jahre wachsen, führen zu besserem Kaffee – nicht nur in der Tasse, sondern entlang der gesamten Kette.

Dasselbe gilt für die Menschen, die June And July trinken. Ich sehe June And July nicht als eine Marke, die man konsumiert, sondern als etwas, das sich gemeinsam entwickelt. Ein Gespräch, das sich langsam entfaltet – Tasse für Tasse, Jahr für Jahr.

Vertrauen entsteht mit der Zeit. Genau darum geht es.

 

4. LANGSAMES WACHSTUM, EHRLICHE GRÖSSE

Wachstum ist nicht das Ziel – Nachhaltigkeit ist es.

Als Ein-Personen-Betrieb muss jeder Schritt nach vorne Sinn ergeben. Für die Qualität des Kaffees. Für den Rhythmus der Arbeit. Für die Möglichkeit, präsent und ansprechbar zu bleiben. Ich sage lieber Nein zur Geschwindigkeit als Ja zu Kompromissen.

Wenn June And July wächst, dann nur, weil das Fundament stark genug ist, es zu tragen – nicht, weil Wachstum um seiner selbst willen verfolgt wird.

 

5. EIN GEGENENTWURF ZU EINER SCHNELLEN WELT

Die Kaffeewelt bewegt sich – wie vieles andere – schnell. Neue Releases, ständiger Lärm, unendliche Auswahl. June And July versteht sich als ruhigere Alternative.

Eine Einladung, langsamer zu werden.
Aufmerksamer zu sein.
Sich wieder mit Handwerk, mit Menschen und mit Zeit zu verbinden.

Das ist Kaffee, mit Absicht gemacht, offen geteilt und auf Dauer angelegt.


A note on why I do this the way I do
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